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Eine ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern am Entscheidungsprozess fördern.

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Rezept n.44

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Was

Mentoring: EINE METHODE ZUM KOMPETENZTRANSFER

Die Grafschaft Östergötland (Schweden) hat ein Mentoring-Projekt zur Förderung der Chancengleichheit in den großen Privatunternehmen gestartet. Die Technik ist in Schweden sowohl auf dem öffentlichen wie auch auf dem privaten Sektor weit verbreitet und besteht im allgemeinen darin, dass den Frauen, die in untergeordneter Stellung arbeiten und weniger Möglichkeiten in der Unternehmenshierarchie haben ("Mentée") eine Person mit höherer Qualifikation (mentor) auch aus anderen Unternehmen beigegeben wird. Das Ziel ist, Frauen die Möglichkeit zu geben, durch ein System des Kompetenztransfers in leitende Positionen aufzusteigen: in der Tat schafft der direkte Kontakt zwischen den beiden Betroffenen Vertrauen und gegenseitiges Verständnis.

Wieviel

Das Projekt heißt DIAMOND und wird von der EU, der Grafschaft und den Unternehmen selbst finanziert. In unserem Kontext könnte man die im Haushaltsplan der Lokalbehörde vorgesehenen Mittel zur Förderung der Chancengleichheit benutzen.
 
Wie
 
Nachdem sie diverse Unternehmen wie die ENEL SpA und die Deutsche Telekom angesprochen hatte, wählte die Grafschaft Östergötland 16 Frauen aus dem mittleren Management aus, die 3/5 Tage lang 16 Spitzenmanagern/Mentoren als Mentées beigegeben wurden. In unserem Kontext könnte ein solches System innerhalb der lokalen Einrichtungen angewandt werden, und zwar durch Lehrgangszyklen jeweils für die "Experten-Ausbilder" und die "Schüler-Kunden": erstere werden im Hinblick auf die Angleichung der Unternehmensstruktur an die Forderungen der Chancengleichheit auf die Rolle des Mentors vorbereitet; letztere werden bei der Wahl des Mentors beraten, und sie erwerben Techniken zur Entwicklung der Persönlichkeit, sowie Informationen über die Organisation eines eigenen Unternehmens. Am Ende dieses Lehrgangs stehen Kommunikations-Seminare für beide Gruppen, um ihnen die Bedeutung der Teamarbeit für das Wachstum des Unternehmens vor Augen zu führen. In einer zweiten Phase müsste es Aufgabe der Lokaleinrichtungen sein, als Förderer solcher Techniken bei öffentlichen Strukturen, die ihre Dienste in Anspruch nehmen, und bei den großen Privatunternehmen der Region aufzutreten.

Vorgehensweise

Die Maßnahme entsteht aus der Auswertung der statistischen Daten, die zeigen, in welchem Maße Frauen in den Spitzenpositionen sowohl der öffentlichen wie der privaten Hierarchie unterrepräsentiert sind. Es ist anzunehmen, dass dieses Phänomen insbesondere auf die Vorurteile gegenüber den Fähigkeiten und charakterlichen Eigenschaften von Frauen einerseits zurückzuführen ist, andererseits auf das fehlende Selbstvertrauen der Frauen selbst. Das Mentoring-System gibt Mentor und Mentée die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen: so gewinnen erstere mehr Zutrauen zu den Fähigkeiten von Frauen, während letztere die im Entscheidungsprozess und in Führungspositionen anzuwendenden Techniken erlernen.
 
Ergebnisse
 
Persönliche und berufliche Weiterentwicklung der Mentée und, als Resultat, die allmähliche Steigerung des Frauenanteils auf Direktionsebene. Verstärkte Sichtbarkeit der Frauen innerhalb der Unternehmenshierarchie. Der Mentor lernt Kompetenz, Professionalität und Arbeitsbedingungen der Frauen besser kennen. Es findet eine bessere Kommunikation zwischen Männern und Frauen, sowie ein Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Unternehmensabteilungen statt. Die Teilnehmer/innen vertiefen ihre Kenntnisse über den Aufbau und das Funktionieren des eigenen Betriebes.
 
Verweise:
CATHARINA ALPKVIST (Koordinatorin des Projekts)
Grafschaftsverwaltung Östergötland (Schweden)
TEL.: 0046 13 19 63 72
FAX: 0046 13 19 60 38
E-MAIL: catharina.alpkvist@e.lst.se
WEB-SEITE: www.e.lst.se/jem/diamond