Die Chancengleichheit in einer sich verändernden Wirtschaftswelt fördern

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Rezept n.32

COMETT und WiTEC, 1988-1995

WAS
Das COMETT-Programm wurde ursprünglich entwickelt, um die Wettbewerbsfähigkeit in Europa durch die Entwicklung fortschrittlicher Ausbildungsmethoden zu steigern. Universitäten und Industrie sollten bei Trainings/Ausbildungen im technologischen Bereich zusammenarbeiten. Partnerschaften mit Betrieben und Kooperationsprojekte zur Entwicklung und Durchführung von Trainings sowie Auslandspraktika für StudentInnen wurden eingerichtet. Da die Mehrzahl der TeilnehmerInnen männlich waren, beschloss einer der Projektpartner, WiTEC (Women in Technology), sich speziell auf die Bedürfnisse von Frauen im Technologiebereich zu konzentrieren. WiTEC versucht, die Zahl der Mädchen und Frauen in wissenschaftlichen und technischen Studienrichtungen und Berufsfeldern zu erhöhen, den Frauen Unterstützung anzubieten und Aktionsprogramme und neue Trainingsvorschläge zu erarbeiten. WiTEC organisiert dafür vor allem Praktika für Studentinnen in den männlich dominierten Bereichen der Technik, Informatik und des Managements.

WIEVIEL
Die nationalen PartnerInnen von WiTEC erhielten für die Betriebspraktika finanzielle Unterstützung - zu Beginn von COMETT und später im Rahmen eines LEONARDO-Projekts.

WIE
In Schweden war das Interesse für die WiTEC Praktika sehr groß. Rund 200 schwedische Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren absolvierten drei- bis zwölfmonatige Praktika in verschiedensten europäischen Ländern. Studentinnen, die sich für ein Praktikum interessierten, mussten ein Bewerbungsformular und ihren Lebenslauf an die in Frage kommenden Unternehmen schicken. Die Zeit im Ausland brachte den Frauen einen besseren Einblick in das Arbeitsleben und eine längere, durchgehende Arbeitserfahrung. Am Ende des Praktikums verlangte WiTEC von den Studentinnen einen schriftlichen Bericht - sie sollten ihre Erfahrungen - vor allem auch unter dem Blickwinkel der Chancengleichheit von Frauen und Männern - reflektieren.

WARUM
Nur ein kleiner Prozentsatz der Studienanfängerinnen wählt wissenschaftliche oder technische Studienrichtungen; noch geringer ist die Zahl der Frauen in der Industrie oder in anderen Positionen, in denen sie die technologische Entwicklung beeinflussen könnten. Aus diesem Grund geht viel an Können und intellektuellen Fähigkeiten für die Entwicklung in der Industrie aber auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext verloren. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, Bewusstseinsarbeit zu leisten und sowohl die jungen Frauen selbst als auch Manager und ArbeitskollegInnen für die ungleichen Bedingungen von Frauen und Männern im industriellen Arbeitsbereich zu sensibilisieren, um hier das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu verändern.

ERGEBNISSE
Das Studentinnen-Praktika-Programm war äußerst erfolgreich. In Schweden haben seit 1991 200 Frauen ein Praktikum absolviert; für die meisten von ihnen war es eine sehr bereichernde Zeit. Auch wenn manche Studentinnen schwierige Bedingungen zu bewältigen hatten, waren sich doch alle einig, dass die gemachten Erfahrungen für sie wertvoll gewesen sind und sie viel gelernt haben.

Kontakt
Agneta Hansson,
Centre for Working life Research and Development;
Halmstad University
Box 823; 301 18 Halmstad; Schweden
Tel. +46 35 128175
E-MAIL: agneta.haussan@can.hh.se