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Die Chancengleichheit in
einer sich verändernden Wirtschaftswelt fördern
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Rezept n.31
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Reform des Masterprogramms
Informatik und Ingenieurwesen, 1994
WAS
An der technischen Chalmers Universität von Göteborg wurde der
Lehrgang zur Erreichung eines Masterdiploms reformiert, um ihn für
weibliche Studierende attraktiver zu gestalten. Ausgangspunkt war die
Frage, welche Anforderungen Frauen an eine technische Ausbildung stellen.
Parallel dazu wurde eine klare und bewusste Analyse der für den erfolgreichen
Abschluss einer technischen Studienrichtung nötigen Kompetenzen erstellt.
WIEVIEL
Die schwedische Regierung hat - über das "Komitee für Neuerungen
in der Ausbildung von Studierenden" - einen entscheidenden Beitrag
zur Finanzierung dieses Projekts geleistet. Das Projekt ist eines von
fünf geförderten Projekten, deren Ziel die Erhöhung des
Frauenanteils in den technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen
ist.
WIE
Die beiden Ausgangspunkte waren eine Analyse der Anforderungen von Frauen
an ein (technisches) Studium und die Erfassung der Kompetenzen, die Studierende
entwickeln und erwerben müssen. Die angestrebten Kompetenzen und
Strategien zu deren Erreichung wurden formuliert; gleichzeitig wurde auch
eine Erprobung dieser spezifischen Fähigkeiten während der Ausbildung
eingeplant.
Vor der Reform war das Studium sehr rigide organisiert und sehr auf das
Ingenieurwesen konzentriert, Studierende konnten erst ab dem vierten Jahr
fakultative Übungen oder Ausbildungsrichtungen wählen. Jetzt
gibt es größere Wahlfreiheit und eine ganzheitlicheren Ansatz.
Auch in Bezug auf die Bewerbung der Studienrichtung hat sich einiges geändert:
Informationsbroschüren wurden gedruckt, Technikmessen für StudentInnen
organisiert und spezielle Wochenendkurse für Abiturientinnen entwickelt.
Die Mädchen haben die Gelegenheit, die Universität zu besuchen,
die Umgebung dort kennenzulernen, an den Computern zu arbeiten und mit
Studierenden in Kontakt zu kommen.
WARUM
Unter den ComputeringenieurInnen und InformatikstudentInnen ist der Frauenanteil
noch niedriger als in anderen wissenschaftlichen und technischen Bereichen.
Jedes Jahr werden etwa 1000 StudentInnen an der Chalmers Universität
für das Masterprogramm zugelassen - in den Jahren vor der Reform
waren nur 6% der StudienanfängerInnen Frauen. Im krassen Gegensatz
zu diesen Zahlen steht die Tatsache, dass die Informationstechnologien
eine zunehmend wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft spielen und diese
auf allen Gebieten beeinflussen. Frauen sind, ebenso wie Männer,
aufgerufen, sich in diesen Prozess einzubinden und zur Entwicklung dieser
Technologien beizutragen. Der IT-Bereich braucht weibliche Persönlichkeiten
und die Kompetenz von Frauen, um den Herausforderungen des Markts gewachsen
zu sein.
ERGEBNISSE
Als die Ergebnisse der Reform 1995 in die Praxis umgesetzt wurden, stieg
der Anteil der zu diesem Studienzweig zugelassen Studentinnen sofort.
Das Interesse an dem Programm hat sich enorm vergrößert, der
Frauenanteil stieg von 6% auf 16%, das bedeutet eine Erhöhung von
170%.
Kontakt
Bertil Svensson
Institut für Informatik an der technischen Chalmers Universität
von Göteborg
Region Goteborg (Sweden)
E-MAIL: gr@grqreg.kommunalforbund.se
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